Carlo Domeniconi
Carlo Domeniconi (20. Februar 1947 in Cesena) zählt zu den bedeutendsten Gitarristen und Komponisten der Gegenwart. Sein künstlerischer Werdegang ist geprägt von einer tiefen Verwurzelung in der europäischen Tradition sowie einer außergewöhnlichen Offenheit gegenüber außereuropäischen Klangwelten.
Seine musikalische Ausbildung begann er am Konservatorium in Pesaro bei Carmen Lenzi-Mozzani, der Tochter von Luigi Mozzani. Anschließend setzte er seine Studien in West-Berlin bei Erich Bürger, einem Schüler von Bruno Henze, fort. Parallel dazu studierte er Komposition bei Heinz Friedrich Hartig an der heutigen Universität der Künste Berlin, wo er von 1969 bis 1992 selbst als Professor für Gitarre wirkte. Zudem unterrichtete er von 1977 bis 1980 am Staatlichen Konservatorium Istanbul.
Ein Meilenstein seines Schaffens ist das 1987 entstandene „Concerto di Berlinbul“ für Bağlama, Gitarre und Kammerorchester. Die Uraufführung fand 1987 in der Berliner Philharmonie gemeinsam mit dem Bağlama-Virtuosen Adil Arslan statt.
Mit über zwanzig Gitarrenkonzerten, von denen etwa die Hälfte für Sologitarre komponiert wurde, schuf Domeniconi ein umfangreiches Œuvre. Seine Werke sind von türkischer, arabischer und indischer Musik beeinflusst. Internationale Gitarristen wie David Russell, John Williams, Dale Kavanagh, Shin’ichi Fukuda, Álvaro Pierri, Pavel Steidl sowie das Los Angeles Guitar Quartet führten seine Werke weltweit auf.